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rgeo zu Gast bei der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR in Bonn
Am 7. Juli 2026 besuchte das Team der GIS-Station, dem Kompetenzzentrum für digitale Geomedien des Instituts für Geographie & Geokommunikation – Research Group for Earth Observation (rgeo) die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR in Bonn. Aus dem Team nahmen Prof. Dr. Alexander Siegmund, Dr. Nils Schorndorf, Dipl.-Geogr. Christian Plass, Tobias Gehrig, M.A. sowie Julian Stolz, M.Sc. an dem Projekttreffen teil. Gemeinsam mit Vertreterinnen der Deutschen Raumfahrtagentur wurden aktuelle Entwicklungen und zukünftige Kooperationsmöglichkeiten im Bereich der Erdbeobachtung und digitaler Geomedien diskutiert.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen mehrere innovative Vorhaben an der Schnittstelle von Erdbeobachtung, Digitalisierung und Bildung. So wurde zum Abschluss des Projekts EOscale3 dessen Ergebnisse präsentiert sowie mögliche Verwertungs- und Transferperspektiven diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem neuen Projekt KI:EO, das die Potenziale künstlicher Intelligenz für Anwendungen der Erdbeobachtung adressiert und das seit Januar 2026 am Institut für Geographie & Geokommunikation – rgeo verankert ist. Neben einer Vorstellung des bisherigen Projektfortschritts wurden die nächsten Entwicklungsschritte und Kooperationsmöglichkeiten erörtert.
Zudem wurde die Projektskizze zur Förderung der Fernerkundung in der Landwirtschaft durch Aus- und Weiterbildung vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt. Zukunftsweisend war zudem der Austausch über ein geplantes Schulungs- und Weiterbildungszentrum. Die Gespräche machten deutlich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Bildung und Raumfahrtanwendungen ist, um innovative Ansätze für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln und den Transfer in Schule, Hochschule und Berufsbildung zu stärken.
Das Treffen unterstrich einmal mehr die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Geographie & Geokommunikation – rgeo sowie dem dortigen UNESCO-Lehrstuhl für Erdbeobachtung und Geokommunikation von Welterbestätten und Biosphärenreservaten und der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. Die Beteiligten zeigten sich zuversichtlich, dass die diskutierten Projekte wichtige Impulse für die Nutzung moderner Erdbeobachtungsdaten in Bildung, Forschung und Praxis setzen können.

v.l.n.r.: rgeo-Institutsbus, Dr. Nils Schorndorf, Dipl.-Geogr. Christian Plass, Tobias Gehrig, M.A., Julian Stolz, M.Sc., Prof. Dr. Alexander Siegmund
Verleihung der GeoAwards im Sommersemester 2026
Im Rahmen des Geographischen Colloquiums wurden am 16. Juli 2026 die GeoAwards für besondere wissenschaftliche Leistungen verliehen. Die Auszeichnungen würdigen herausragende Bachelor- und Masterarbeiten, die durch wissenschaftliche Qualität, gesellschaftliche Relevanz und innovative Zugänge überzeugen konnten.
Einen GeoAward für eine herausragende Bachelorarbeit erhielt Paula Völker. Ihre Arbeit "Lebensweltorientierter Sachunterricht in der Grundschule zwischen Geschichte und Geographie" setzt sich mit der Verzahnung beider Disziplinen im Sachunterricht auseinander und zeigt praxisnahe Wege für einen lebensweltbezogenen Unterricht auf.
Mit dem GeoAward für eine herausragende Masterarbeit wurde Julia Müller ausgezeichnet. In ihrer Arbeit "Geologische Lehrpfade im sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen: Planung, Adaption und Durchführung einer Exkursion auf dem ‚Weg der Kristalle‘ am Katzenbuckel im Odenwald" verbindet sie geographische Bildung mit inklusiven didaktischen Konzepten und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung außerschulischer Lernorte.
Ebenfalls mit einem GeoAward ausgezeichnet wurde Pascal Maurer für seine Bachelorarbeit "Flucht über das Meer – eine dokumentarische Untersuchung der atlantischen Migrationsroute". Da er an der Verleihung leider nicht persönlich teilnehmen konnte, stellte er dem Publikum einen Film aus seinem Dokumentationsprojekt zur Verfügung. Die eindrucksvollen Einblicke in die Lebensrealitäten von Menschen auf der Flucht sorgten für große Aufmerksamkeit und bewegende Diskussionen. Der filmische Zugang machte die gesellschaftliche Relevanz des Themas auf besondere Weise erfahrbar und hinterließ bei den Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck.
Das Institut für Geographie & Geokommunikation gratuliert allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihren herausragenden Leistungen und freut sich über die Vielfalt der ausgezeichneten Themen, von inklusiver geographischer Bildung über die Didaktik des Sachunterrichts bis hin zu aktuellen Fragen globaler Migration.

von links nach rechts: Dr. Raimund Ditter, Preisträgerin Julia Müller, Preisträgerin Paula Völker, Prof. Dr. Klaus-Dieter Hupke (Foto: Tobias Gehrig)
Nachwuchskolloquium der Fakultät III: Geographie-Nachwuchs präsentiert aktuelle Forschungsprojekte
Am 15. Juli 2026 fand an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg das Nachwuchskolloquium der Fakultät III statt. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie, Geographie sowie Alltagskultur und Gesundheit präsentierten ihre aktuellen Forschungsarbeiten und diskutierten diese mit Kolleginnen und Kollegen aus der Fakultät.
Das Fach Geographie war mit zwei innovativen Forschungsprojekten vertreten, die zentrale Herausforderungen einer zukunftsorientierten Bildung aus unterschiedlichen Perspektiven aufgreifen.
Alena Stelter, M.Ed. stellte ihr Dissertationsprojekt "Hybride Lehr-Lern-Settings zur Vermittlung räumlicher Maßstabsebenen in Mensch-Umwelt-Systemen" vor. Dabei untersucht sie, wie analoge und digitale Lernumgebungen sinnvoll miteinander verknüpft werden können, um komplexe Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt auf verschiedenen räumlichen Ebenen verständlich zu machen. Ihr Beitrag verdeutlichte das Potenzial hybrider Bildungsformate für die geographische Bildung und stieß auf großes Interesse bei den Teilnehmenden.
Einen weiteren geographischen Schwerpunkt setzte Tobias Gehrig, M.A. mit seinem Forschungsprojekt "Einsatz digitaler Geomedien in der beruflichen Bildung – Ein Mixed-Methods-Ansatz zur Analyse tiefenstrukturellen Lernens von Jugendlichen in berufspropädeutischen Lehr-Lern-Kontexten". Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Geomedien Lernprozesse in der beruflichen Bildung unterstützen und welche Potenziale sie für effektive und tiefgreifende Kompetenzentwicklungen bei Jugendlichen bieten. Der Vortrag zeigte eindrucksvoll, welche Bedeutung digitale geographische Werkzeuge für innovative Lehr-Lern-Arrangements besitzen.
Die Präsentationen von Alena Stelter und Tobias Gehrig machten deutlich, wie vielfältig und gesellschaftlich relevant die aktuelle geographiedidaktische Forschung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg aufgestellt ist. Beide Projekte verbinden wissenschaftliche Innovation mit konkreten Fragen der Bildungs- und Unterrichtspraxis und leisten damit wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung geographischer Bildung im digitalen Zeitalter.
Das Nachwuchskolloquium bot den Teilnehmenden darüber hinaus wertvolle Gelegenheiten zum fachübergreifenden Austausch und zur Diskussion aktueller Forschungsansätze innerhalb der Fakultät III. Die hohe Qualität der Beiträge unterstrich einmal mehr die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die zukünftige Entwicklung von Forschung und Lehre an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.


"Real trifft digital": Das Institut für Geographie & Geokommunikation weiht neues Experimentierlabor im Geco-Lab ein
Mit einem symbolischen Banddurchschnitt, einem kleinen Flaschentornado und zahlreichen Mitmach-Experimenten hat das Institut für Geographie & Geokommunikation am Donnerstag, 9. Juli 2026, sein neues Experimentierlabor im Geco-Lab – dem Kompetenzzentrum für geoökologische Raumerkundung – offiziell eröffnet. Die Erweiterung schafft zusätzliche Möglichkeiten für Studierende sowie Schulklassen, umwelt- und naturwissenschaftliche Fragestellungen praxisnah und zeitgemäß zu erforschen.
Seit seiner Gründung im Jahr 2012 verfolgt das Geco-Lab das Ziel, geoökologische Themen erlebbar zu machen und wissenschaftliches Arbeiten mit innovativen Lehr-Lern-Konzepten zu verbinden. Mit der Erweiterung wächst das Kompetenzzentrum nun sowohl räumlich als auch konzeptionell: Neben dem neuen Experimentierlabor mit zusätzlichen Arbeits- und Experimentierplätzen wurde auch ein virtuelles Geco-Lab entwickelt und eingeweiht. Gemeinsam bilden beide Bereiche ein modernes Lehr- und Lernangebot, das das Zusammenspiel aus realem Experimentieren, digitaler Unterstützung und virtuellem Lernen auf innovative Weise miteinander verbindet.
In ihrem Grußwort betonte Rektorin Prof.in Dr.in Karin Vach, dass die Erweiterung hervorragend zum Selbstverständnis der Pädagogischen Hochschule Heidelberg passe. Die Hochschule verstehe sich als Ort der Vernetzung, der gemeinsamen Verantwortung und der gesellschaftlichen Mitgestaltung. "Ich bin gespannt, wie die Studierenden das Labor als Forschungswerkstatt annehmen werden. Gleichzeitig soll es auch Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern offenstehen, damit wir die hier gewonnenen Erkenntnisse in die Gesellschaft tragen können", erklärte Vach.
Auch Marco Grübbel, Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Mannheim/Heidelberg, griff in seinem Grußwort das Thema Experimentieren auf – allerdings aus einer anderen Perspektive: Bauprojekte erforderten ebenso wie wissenschaftliche Experimente manchmal Improvisationstalent. Sowohl beim Experimentieren als auch beim Bauen gelte es, ab und an bekannte Wege zu verlassen und kreative Lösungen zu finden. Als Anerkennung für die erfolgreiche eigenständige Umsetzung des Experimentierlabors überreichte Grübbel Herrn Prof. Dr. Alexander Siegmund symbolisch eine Urkunde als "Bauleiter", stilecht zusammen mit einem Sicherheitshelm.
Prof. Dr. Alexander Siegmund blickte anschließend auf die Entwicklung des Geco-Labs zurück und stellte aktuelle Projekte vor. Das Motto "Real trifft digital" begleite die Einrichtung seit vielen Jahren und werde mit den neuen Erweiterungen um ein Experimentierlabor und ein virtuelles Geco-Labor nun noch sichtbarer umgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liege weiterhin auf der engen Zusammenarbeit mit Schulen, insbesondere mit den UNESCO-Projektschulen, die das Labor seit vielen Jahren als außerschulischen Lernort nutzen.
Wie digitale Lehr- und Lernräume künftig aussehen können, zeigte Dr. Christina Fiene mit der Vorstellung des virtuellen Geco-Labs. Über einen Internetbrowser oder mithilfe von VR-Brillen können Lehrkräfte und Lernende das Labor von jedem Ort aus "betreten". Dort stehen virtuelle Experimentierplätze ebenso zur Verfügung wie Besprechungs- und Vortragsräume. Lehrkräfte können Unterrichtseinheiten durchführen, Schülerinnen und Schüler gemeinsam experimentieren und sich austauschen. Gleichzeitig eröffnet die virtuelle Umgebung neue Möglichkeiten: Schulen ohne eigenes Labor erhalten Zugang zu Experimenten, zeitaufwendige Prozesse lassen sich im Zeitraffer beobachten und potenzielle Gefahren realer Versuche entfallen vollständig.
Den offiziellen Höhepunkt bildete die Einweihung des neuen Experimentierlabors. Gemeinsam durchschnitten Rektorin Prof. Dr. Karin Vach, Marco Grübbel, Prof. Dr. Siegmund sowie Dr. Simone Fischer, zusammen mit Dr. Christina Fiene Koordinatorin des Geco-Labs, ein grünes Band und eröffneten damit die neuen Räumlichkeiten.

Das neue Experimentierlabor wird offiziell eröffnet (v. l. n. r. Prof. Dr. Alexander Siegmund, Dr. Simone Fischer, Prof.in Dr.in Karin Vach, Marco Grübbel)
Im Anschluss gewährte Andreas Seiffert von der Wesemann GmbH Einblicke in die Entstehung des Labors. Das Unternehmen hatte bereits 2012 die Ausstattung des ursprünglichen Geco-Labs realisiert und war nun erneut für die Einrichtung des Labors verantwortlich. Bereits 2019 begannen die ersten Planungen für das neue Experimentierlabor. Dass zwischen Planung und Fertigstellung einige Jahre vergingen, kommentierte Seiffert augenzwinkernd mit dem bekannten Sprichwort "Was lange währt, wird endlich gut". Zeitrafferaufnahmen des Aufbaus sowie Baupläne aus den Jahren 2019 bis 2025 machten den Gästen den langen Weg bis zur Fertigstellung anschaulich.
Fachlich "in Dienst gestellt" wurde das Labor schließlich mit einem kleinen, aber eindrucksvollen Experiment: Dr. Simone Fischer ließ einen Flaschentornado entstehen. Alle Gäste erhielten den passenden Verbindungsverschluss, mit dem sich das Experiment auch zu Hause mit zwei Plastikflaschen nachbauen lässt. "Der Tornado steht sinnbildlich für die lebendige und trubelige Atmosphäre, die wir uns für dieses Labor wünschen: viele neugierige Schülerinnen und Schüler sowie Studierende, die gemeinsam forschen, ausprobieren und entdecken – aber immer in einem geschützten Rahmen, in dem Lernen sicher möglich ist", erklärte Fischer.
Beim anschließenden Austausch konnten die Besucherinnen und Besucher die verschiedenen Experimentierstationen selbst ausprobieren. Besonders anschaulich zeigte ein Hochwassermodell, wie unterschiedliche Maßnahmen den Verlauf einer Überschwemmung beeinflussen können: Mit Knete wurden Deiche gebaut, Häuser an sichere Standorte versetzt oder mithilfe von Schwämmen unversiegelte Böden simuliert, die Regenwasser aufnehmen und so Hochwasserspitzen abmildern. An einer weiteren Station untersuchten die Gäste den Albedo-Effekt und konnten unmittelbar messen, wie unterschiedlich sich helle und dunkle Oberflächen unter Sonneneinstrahlung erwärmen. Weitere Experimente beschäftigten sich unter anderem mit der Wasserrückhaltefähigkeit verschiedener Böden sowie mit Baumscheiben, deren Jahresringe Rückschlüsse darauf zulassen, welche Baumarten Trockenstress besonders gut bewältigen. Auch Lehrkräfte nutzten die Gelegenheit, sich über die neuen Möglichkeiten zu informieren. Daniel Birmele von einer der UNESCO-Projektschulen, dem Heisenberg-Gymnasium in Bruchsal, zeigte sich begeistert: "Die Erweiterung des Geco-Labs eröffnet Schulklassen viele neue Möglichkeiten, geo-, umwelt- und naturwissenschaftliche Zusammenhänge selbst zu entdecken. Ich freue mich sehr auf die kommenden gemeinsamen Projekte und die weitere Zusammenarbeit."
Beim anschließenden Fingerfood klang die Veranstaltung in entspannter Atmosphäre aus. Während sich die prominenten Gäste, unter anderem aus dem Wissenschafts- und Kultusministerium, der Experimenta und Klimaarena, Projektpartner, Lehrkräfte und Studierende austauschten, wurde eines besonders deutlich: Mit der Verbindung aus analogem Experimentieren und digitalen Lernwelten ist im Geco-Lab ein Ort entstanden, an dem Zukunft des naturwissenschaftlichen Lernens bereits heute erlebbar wird.

Im Rahmen der Vorstellung des neuen Experimentierlabors verfolgten die Gäste die Präsentation zur Entstehung und Planung des Projekts.

Virtuell ins Labor: Mithilfe einer VR-Brille erleben Besucherinnen und Besucher das virtuelle Geco-Lab auf interaktive Weise.
Fotos: Malena Kommer





