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Mitarbeitende des rgeo-Teams beim Fachprogramm „Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Transformation lehren und lernen“
Florian Kohler, Teresa Ruckelshauß und Johanna Weselek aus der Abteilung Geographie – Research Group for Earth Observation (rgeo) haben vom 24. - 26. Juni am zweiten von insgesamt vier Workshops des Lehren-Fachprogramms 2020 „Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Transformation lehren und lernen“ der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., der NORDMETALL Stiftung, des Stifterverbands und der VolkswagenStiftung in Hasenwinkel teilgenommen.
Bei dieser Veranstaltung standen Didaktik und Lehrkonzepte sowie inter- und transdisziplinäre Lehre im Mittelpunkt. Dr. Antonietta Di Giulio und Rico Defila (Universität Basel) gaben einen Workshop zu Inter- und Transdisziplinarität, während Dr. Machiel Keestra (Universität Amsterdam) zum Thema Meta-Kognition in der interdisziplinären Zusammenarbeit referierte. Prof. Dr. Britta Krahn und Prof. Dr. Klaus Lehmann, Teilnehmende im letztjährigen Fachprogramm, wussten anhand ihres Lehrprojekts an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zu berichten, wie Nachhaltigkeitsinitiativen innerhalb der Hochschule ausgeweitet werden können. Darüber hinaus hatten die Teilnehmendengruppen die Möglichkeit, auf Basis dieses vielfältigen Inputs an ihren eigenen Lehrprojekten zu arbeiten.
Das Fachprogramm steht im Kontext des Projekts Lehren, welches im Rahmen von unterschiedlichen Veranstaltungsformaten, insbesondere durch die Vernetzung verschiedener Akteur/innen-Gruppen innerhalb und zwischen Hochschulen, die Lehre verbessern möchte.
Neue Publikationen der Research Group for Earth Observation erschienen
In der kürzlich erschienenen Zeitschrift für Geographiedidaktik (ZGD) haben Prof. Dr. Alexander Siegmund und Dr. Svenja Brockmüller die empirische Studie „Erfassung und Entwicklung von Systemkompetenz – Empirische Befunde zu Kompetenzstruktur und Förderbarkeit durch den Einsatz analoger und digitaler Modelle“ veröffentlicht. Die Vergleichsstudie untersucht im experimentellen Prä-Post-Test-Design die Veränderung der Systemkompetenz von Schülerinnen und Schülern am Themenbeispiel Bodenerosion durch die Arbeit mit analogen bzw. digitalen Modellen sowie einer Kombination beider Zugänge. Ein auf Grundlage des heuristischen Freiburger Systemkompetenzstrukturmodells entwickelter Kompetenztest wird validiert und dessen vierdimensionale Struktur faktorenanalytisch fundiert. Varianzanalysen zeigen, dass der kombinierte Einsatz analoger und digitaler Modelle bei gleichem Zeitaufwand zu einer signifikant besseren Systemkompetenzförderung führt als der alleinige Einsatz digitaler Modelle.
Neu erschienen ist auch der Basisband „Diercke Geographie SII - Ausgabe 2020 Baden-Württemberg“ des Westermann Verlags mit Prof. Alexander Siegmund als Herausgeber. Ein Blick ins Buch gibt es hier.
Neue digitale Angebote aufgrund der Corona-Pandemie: GIS-Station entwickelt erste Online-Kurse
Aufgrund der Corona-Pandemie und den Einschränkungen des Betriebs an Schulen hat die GIS-Station, das Kompetenzzentrum für digitale Geomedien der Abteilung Geographie, Research Group for Earth Observation (rgeo) an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, zwei Online-Angebote entwickelt. Der Kurs „Mapping Corona“ – was uns Karten und Satellitenbilder über Covid-19 sagen können“ setzt sich dabei auch thematisch mit der Pandemie auseinander: Das Virus beeinflusst den Alltag aller Schülerinnen und Schüler maßgeblich und ist omnipräsent in den Medien. Dabei werden die Jugendlichen mit einer Masse an Graphiken, Diagrammen und Karten konfrontiert. Der Kurs soll aus diesem Grund zeigen, welche Rolle Geodaten und Geoinformationstechnologien bei den Darstellungen spielen, wie Karten und Grafiken zu lesen sind und welche Fallstricke es bei der Interpretation von diesen gibt.
Der Kurs läuft über die Plattform ArcGIS-Online und kann ohne Anmeldung und über mobile Endgeräte aufgerufen werden. Neben verschiedenen WebGIS-Anwendungen werden auch Satellitenbilder in dem Kurs eingesetzt. Inhaltlich werden unter anderem die Unterschiede zwischen relativen und absoluten Corona-Zahlen erläutert und die Rolle von Regionalisierungen und Klassifizierungen bei der Erstellung von (Corona-)Karten. Darüber hinaus wird auch das Thema globale Disparitäten aufgegriffen.
Der Kurs "Mapping Corona" läuft über die Plattform ArcGIS-Online und kann ohne Anmeldung und über mobile Endgeräte aufgerufen werden.
Zudem wurde der kürzlich entwickelte Kurs „Who is Y? Auf den Spuren von Handydaten mit WebGIS“ in ein Online-Format verwandelt. Der Kurs widmet sich dem sensiblen Umgang mit Geodaten und zeigt den Schülerinnen und Schülern, dass unser Handy zum Teil verfolgt, wo wir einkaufen, essen gehen oder wie wir von A nach B kommen. Mit einem WebGIS analysieren sie selbstständig die Positionsdaten einer erfundenen Person und versuchen Rückschlüsse auf deren Identität zu ziehen.
Neben den eigens entwickelten Online-Kursen der GIS-Station bietet die von der Abteilung Geographie entwickelte adaptive Lernplattform Geo:spektiv Jugendlichen schon seit einigen Jahren erfolgreich verschiedene multimodal aufbereitete Lernmodule zu aktuellen umwelt- und raumrelevanten Themen wie z. B. “Hochwasserkatastrophe in Deutschland”, “Dürre in Kalifornien” oder “Ernährungssicherung in Afrika”. Mittels aufeinander aufbauender Lerneinheiten bearbeiten die Schüler/innen anhand regionaler und globaler Raumbeispiele reale und aktuelle geographische Fragestellungen mit Hilfe von Fernerkundungsmethoden und entwickeln dabei Lösungsansätze. Die Themen- und Raumbeispiele wurden auf Basis einer bundesweiten Bildungsplananalyse ausgewählt. Aktuell wird das System im Rahmen des Projektes Geo:spektiv2GO um eine App ergänzt, die eine erweiterte Nutzungsmöglichkeit von Geo:spektiv durch fernerkundliches Arbeiten im Gelände ermöglicht.
Tagesthemen und Wetter vor Acht der ARD berichten über Apfelblütenaktion
ARD-Wetterexperte Sven Plöger hat in den Tagesthemen vom 3. Juni (ab ca. 00:33:30) und im Wetter vor Acht am 4. Juni eine Video-Animation aus einer Auswahl von Apfelblütenkarten dieser Saison vorgestellt. Insgesamt erreichten die Beiträge rund 4,5 Millionen Zuschauer.
Die Apfelblütenkarten wurden von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des rgeo-Teams aus mehr als 1500 Meldungen berechnet und zeigen, wie sich die Apfelblüte als phänologisches Zeichen des Frühlingseinzugs dieses Jahr in Deutschland verbreitet hat. Am 20. März erreichte die SWR-Wissen-Redaktion das erste Foto einer geöffneten Apfelblüte aus Gundelfingen bei Freiburg im Breisgau. Damit hat das Frühjahr 2020 so früh Einzug gehalten wie noch nie seit Beginn der Beobachtungen 2006. Der erste Hotspot der Apfelblüte in Deutschland zeigte sich dann eine Woche später wie üblich entlang des Oberrheins. Die letzte Apfelblütenkarte dieser Saison vom 29. Mai zeigte Deutschland praktisch wieder "apfelblütenfrei". Mit einer Geschwindigkeit von 37 Kilometern pro Tag war die Geschwindigkeit, mit der sich der Frühling 2020 über Deutschland ausgebreitet hat, ein recht durchschnittliches Jahr. Eine Übersicht über die Ergebnisse 2020 finden Sie hier.
ARD-Wetterexperte Sven Plöger in den Tagesthemen vom 3. Juni, im Hintergrund eine Video-Animation aus allen rgeo-Apfelblütenkarten dieser Saison.
Gemeinsam mit der Research Group for Earth Observation (rgeo) der Abteilung Geographie an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg untersucht die Redaktion seit nun mehr 15 Jahren das Blühverhalten der Apfelbäume. Auch dieses Jahr meldeten zahlreiche Fernsehzuschauer/Innen und Radiohörer/Innen, die der SWR bundesweit zur Meldung von Apfelblüten aufruft, ihre Beobachtungen über das Blühverhalten. Solche Citizen-Science-Projekte, in deren Rahmen Menschen außerhalb des akademischen Betriebs mit in den Forschungsprozess einbezogen werden, kommen in der Wissenschaft immer mehr zum Tragen. Mehr Informationen zum Apfelblüten-Projekt gibt es auf unserer Projektseite.








