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Alexander Gersts Appell aus dem All und die Chancen innovativer Umweltbildung
Von der Internationalen Raumstation ISS verschickte ESA-Astronaut Alexander Gerst Ende des Jahres eine Botschaft an seine zukünftigen Enkel. Gerst nutzte - wie schon so oft - seine Mission für einen Appell an die Menschheit. "Im Moment sieht es so aus, dass wir - meine Generation - euch den Planeten nicht gerade im besten Zustand überlassen werden." In seiner Videobotschaft spricht er von Luftverschmutzung, Müll in den Meeren und sinnlosen Kriegen. Besonders erschrocken sei er im Sommer außerdem über die Trockenheit in Deutschland gewesen.
Ein Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist für eine Zukunft des Planeten Erde unabdingbar. Triebfedern eines solchen Transformationsprozesses können - neben dem Wissenstransfer von Nachhaltigkeitsaspekten - vor allem Bildungsinnovationen sein, die zur Förderung von System- und Gestaltungskompetenz beitragen. Aus zahlreichen Projekten der Research Group for Earth Observation (rgeo) gehen aus diesem Grund innovative Umweltbildungsmodule hervor.
Im Arbeitsbereich "Climate Change Education" werden beispielsweise in einer Reihe von Projekten im Geco-Lab, Kompetenzzentrum für geoökologische Raumerkundung der Abteilung Geographie, innovative Lernsettings zu den regionalen Folgen des Klimawandels für unterschiedliche Adressatengruppen entwickelt. Hierzu führen die Teilnehmer/innen eigene Geländeerhebungen, Laboranalysen und Modellexperimente durch. Im TRANSFER TOGETHER Teilprojekt "BNE - Climate Change Education" nutzt die Abteilung Geographie zudem Szenariotechniken und Design Thinking zur Klimawandelkommunikation im Austausch mit Unternehmen und Gesellschaft.
Das neu gegründete „Heidelberger Zentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, dessen geschäftsführender Direktor Prof. Dr. A. Siegmund ist, trägt dazu bei, wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und in den Grenzen der ökologischen Belastbarkeit des Systems Erde zu gestalten, indem Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als Leitprinzip in Lehre, Forschung und Transfer umgesetzt wird.
Gesellschaftliche Verantwortung übernimmt auch der UNESCO-Lehrstuhl für Erdbeobachtung und Geokommunikation von Welterbestätten und Biosphärenreservaten an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg in der Abteilung Geographie. Er soll dazu dienen, den Einsatz moderner Methoden der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung sowie BNE zu fördern.
Schutz des kulturellen Welterbes in Indien – Dr. Tobias Matusch mit Teilnahme auf der „Conference on EU-India Partnership for Cultural Heritage Conservation“ in New Delhi
Zum ersten Mal fand in diesem Jahr vom 4. – 5. Dezember in New Delhi (Indien) die „Conference on EU-India Partnership for Cultural Heritage Conservation“ statt. Als Geschäftsführer vertrat Dr. Tobias Matusch den UNESCO-Lehrstuhl für Erdbeobachtung und Geokommunikation von Welterbestätten und Biosphärenreservaten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Organisiert von der Delegation der Europäischen Union in Indien und Bhutan sowie vom „National Museum Institute of History of Art, Conservation & Museology", fand die prominent besetzte Veranstaltung im berühmten Auditorium des Nationalen Museums statt.
Tomasz Kozlowski, Botschafter der Europäischen Union während seiner Eröffnungsrede auf der Konferenz „EU-India Partnership for Cultural Heritage Conservation (Copyright: Delegation of the European Union to India)
Eröffnet wurde die Veranstaltung u. a. von Tomasz Kozlowksi, Botschafter der Europäischen Union in Indien. Zwei Tage lang wurde in sechs unterschiedlichen Sessions aktuelle Forschungen präsentiert und mit Akteuren aus Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert. In Session IV “Advancements and New Technologies Adapted for Identifying, Surveying and Mapping of Cultural Heritage Sites” wurden aktuelle Spitzentechnologien und innovative Lösungsansätze vorgestellt. Dr. Tobias Matusch, Mitarbeiter der Research Group for Earth Observation, nutzte die Gelegenheit das Projekt Space2Place vorzustellen sowie zahlreiche Ideen mit den anwesenden Expertinnen und Experten zu diskutieren. Im Rahmen der Plenumsdiskussion wurden neben den neuen Möglichkeiten der Sentinel Satelliten auch aktuelle Bildungs- und Kapazitätsaufbauaktivitäten intensiv erörtert.
Unter dem Titel „Advancements and New Technologies Adapted for Identifying, Surveying and Mapping of Cultural Heritage Sites” stellte Dr. Tobias Matusch aktuelle Projekte und Aktivitäten des UNESCO-Lehrstuhls für Erdbeobachtung und Geokommunikation von Welterbestätten und Biosphärenreservaten vor (Copyright: Delegation of the European Union to India).
Während der zweitägigen Konferenz konnten ca. 800 Gäste begrüßt werden. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Reise war neben der Vorstellung aktueller Projekte und Aktivitäten auch die Vernetzung mit den Kolleginnen und Kollegen in Indien und der Region. So konnten u. a. während eines Termins mit der UNESCO weitere Kooperationsmöglichkeiten ausgetauscht und konkretisiert werden.
Dipl.-Geogr. Kai Guckes stellt das Projekt „Dem Klimawandel nachhaltig begegnen lernen“ auf dem Swiss Geoscience Meeting in Bern vor
Bereits zum 16. Mal wurde am vergangenen Wochenende die Schweizer Fachtagung für Geowissenschaften, das Swiss Geoscience Meeting ausgetragen, diesmal in der Schweizer Hauptstadt Bern. Das Fachforum bietet Raum zum internationalen Austausch fachwissenschaftlicher Forschungsinhalte, stellt aber auch die Möglichkeit bereit, Beiträge aus der geographiedidaktischen Arbeit zu platzieren.
In diesem Zusammenhang präsentierte sich die Research Group for Earth Observation, vertreten von Dipl.-Geogr. Kai Guckes, mit einem Beitrag des Projekts „Dem Klimawandel nachhaltig begegnen lernen“ (KliN!) und stellte somit beispielhaft eines der rgeo-Projekte aus dem Bereich der Climate Change Education vor.
Die offene Diskussion im Rahmen der Tagung machte einmal mehr deutlich, welche Relevanz der Verzahnung von Wissenschaft und Bildung im schulischen Kontext im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung beigemessen wird. Die Abteilung Geographie trägt unter anderem mit dem Projekt „Dem Klimawandel nachhaltig begegnen lernen“ zum Transfer zwischen Fachforschung und schulischer Bildung bei.
Zweitägiger Klima-Workshop in Kooperation mit der JOBLINGE gAG unter Leitung von Dipl.-Geogr. Svenja Brockmüller
Gemeinsam gegen Jugendarbeitslosigkeit: Über das Projekt TRANSFER TOGETHER, Teilprojekt BNE-Climate Change Education, arbeitet die Pädagogische Hochschule Heidelberg mit der JOBLINGE gemeinnützige AG Metropolregion Rhein-Neckar zusammen. Am 27. und 28.11.2018 besuchten 18 engagierte junge Erwachsene das Geco-Lab der Abteilung Geographie, um sich für den Jobeinstieg zu qualifizieren.
Rund um das Thema "Klimawandel" erkundeten die Teilnehmer/innen am ersten Workshoptag gemeinsam mit Svenja Brockmüller, Daniel Volz und Mathis Wilk aus dem rgeo-Team den Heidelberger Null-Emissions-Stadtteil "Bahnstadt" mit seiner weltweit größte Passivhaussiedlung und seinem Abwasser reduzierenden Niederschlagswasser-Bewirtschaftungskonzept. Im Labor wurde an den spannenden Themen Hochwasser- und Hitzeschutz sowie Energieeffizienz mit Experimenten und Modellversuchen getüftelt. Verschiedene Perspektiven auf die Umsetzung von Hochwasserschutz trafen in einer Rollenspiel-Simulation des Hochwasserforums Rhein-Neckar aufeinander.
Gruppenfoto im Geco-Lab (links) und Experimentieren am Hochwassermodell (rechts)
Am zweiten Workshoptag stand die computerbasierte Analyse von Klima-Simulationen bis zum Jahr 2100 für die Metropolregion Rhein-Neckar auf dem Programm, und mittels Szenariotechnik wurden Entwicklungsmöglichkeiten von Unternehmen im Klimawandel verglichen. Abschluss des Workshops bildete das Entwerfen und Bewerten kreativer und innovativer Lösungen für ein nachhaltiges Wohnen und Arbeiten unter sich verändernden Klimabedingungen mit Hilfe der Design Thinking-Methode.
Wir freuen uns, gemeinsam mit den JOBLINGEN in der Metropolregion Rhein-Neckar auf das Zukunftsthema Klimaanpassung aufmerksam machen zu können.
Klimatrends analysieren (links) und Anpassungsstrategien entwerfen (rechts)
Fotos: S. Brockmüller











