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Klimacamp der UNESCO-Projektschulen zum 5. Mal am Institut für Geographie & Geokommunikation
Inzwischen ist es eine echte Tradition – bereits im 5. Jahr in Folge fand Ende Sept 2026 wieder ein dreitägiges Klimacamp der UNESCO-Projektschulen am Institut für Geographie & Geokommunikation statt. Dieses Jahr durften wir sieben Schulen aus Bruchsal, Buchen, Emden, Göttingen, Leipzig, Neumarkt und St. Ingbert begrüßen, die mit dem UNESCO-Lehrstuhl von Prof. Siegmund über das gemeinsame Klimastationennetzwerk verbunden sind. Insgesamt 32 Schülerinnen und Schüler von der 7. bis zur 13. Klasse waren mit ihren Lehrkräften angereist und hatten Bodenproben vom eigenen Schulgelände im Gepäck. "Boden" war das Hauptthema des diesjährigen Camps, welches im Labor und am PC bzw. mit einer VR-Brille aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht wurde. Eine Führung durch den Schwetzinger Schlossgarten zum Klimawandel in historischen Gärten und ein Bummel durch die Heidelberger Altstadt rundeten das abwechslungsreiche Programm ab.


rgeo bei der Geography Connect Convention
Vom 30. September bis 2. Oktober 2026 fand in Osnabrück erstmals die Geography Connect Convention (GCC) der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) statt. Unter dem Leitthema "Mensch-Umwelt-Beziehungen: Risiken – Transformationen – Zukünfte" brachte die neue Tagung Geograph*innen aus Wissenschaft, Lehre und Praxis zusammen und setzte dabei auf Austausch und Vernetzung über die Grenzen der verschiedenen Teilbereiche der Geographie hinweg.

Luisa Neubauer richtete den Blick in ihrer Keynote auf Zukünfte und Perspektiven der Geographie
Auch Dana Graulich und Luca Jehle vom Institut für Geographie und Geokommunikation der Pädagogischen Hochschule Heidelberg waren auf der GCC vertreten. Mit einem Poster präsentierte Dana Graulich Ergebnisse ihrer Forschung zur Frage, wie mobile, ortsbezogene Lernangebote Jugendliche bei der Auseinandersetzung mit Klimaanpassung unterstützen können. Ihr Beitrag "Mit der mobilen App Klimawandelanpassung vor Ort begreifen: Potenziale und Perspektiven" stellte die Evaluation einer Lern-App zur Klimaanpassung vor. Das entwickelte Lernangebot folgt dabei einem standortunabhängigen, aber ortsgebundenen Aufgabenprinzip: Die Aufgabenstellungen sind unabhängig von einem bestimmten Lernort konzipiert, ihre Bearbeitung setzt jedoch voraus, dass die Lernenden den jeweiligen Ort tatsächlich aufsuchen.
Luca Jehle und Prof. Dr. Alexander Siegmund waren mit einem wissenschaftlichen Beitrag vertreten. In ihrem Vortrag "SAR Remote sensing of dunes in the Atacama desert – a contribution to the pedosphere–biosphere interaction of hyperarid ecosystems" untersuchten sie mithilfe von Satellitendaten die Wechselwirkungen zwischen Dünenstrukturen und der Vegetation in der Atacama-Wüste. Im Fokus stand Tillandsia landbeckii, eine an Nebel gebundene Pflanze, deren räumliches Vorkommen als Bioindikator für die Verfügbarkeit von Nebel als nachhaltige Wasserressource dienen kann. Mithilfe von Sentinel-1-Radardaten und optischen Satellitenbildern wurden dabei unter anderem die Oberflächenbeschaffenheit und räumliche Verteilung von Sandablagerungen analysiert. Die Ergebnisse zeigen Zusammenhänge zwischen stabilisierten Dünenoberflächen und dem Vorkommen der Tillandsien und verdeutlichen damit das Potenzial satellitengestützter Fernerkundung, geomorphologische und ökologische Prozesse gemeinsam zu untersuchen.

Dana Graulich und Luca Jehle bei der GCC
Neben ihrem eigenen Forschungsbeitrag war Dana Graulich auch als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der GCC an der Gestaltung der neuen Tagung beteiligt. Der wissenschaftliche Beirat war unter anderem in die Programmplanung und die inhaltliche Ausrichtung der Convention eingebunden. Gemeinsam mit Carla Bube organisierte sie dabei die Podiumsdiskussion „Geographie im Spannungsfeld zwischen Interdisziplinarität und Beliebigkeit? Eine Disziplin in der (erneuten) Selbstfindung“ und übernahm gemeinsam mit weiteren Kolleg*innen die Leitung mehrerer Sessions.
Neben klassischen Vorträgen und Posterpräsentationen setzte die GCC bewusst auf neue und interaktive Formate: Beim "Pitch & Connect" konnten Teilnehmende eigene Ideen, Projekte oder offene Fragen in kurzen Pitches vorstellen und anschließend gezielt mit potenziellen Kooperationspartner*innen ins Gespräch kommen. Zahlreiche Workshops boten vor allem dem wissenschaftlichen Nachwuchs Möglichkeiten – von GIS über Drittmittelanträge und Moderation bis zu Science Slam und Story-Telling – verschiedene Perspektiven und Methoden der Geographie kennenzulernen. Einen besonderen Akzent setzte zudem die Keynote von Luisa Neubauer, die als Geographin und Klimaaktivistin über Klimakrise, gesellschaftlichen Wandel und die Frage nach der Rolle von Wissen in Veränderungsprozessen sprach.
Die GCC bot damit nicht nur eine Plattform, um aktuelle Forschung vorzustellen, sondern auch die Möglichkeit, sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft der Geographie zu beteiligen.

Der wissenschaftliche Beirat der GCC 2026 mit Neubauer (5. v. r.)


Foto 1,3,4 und 5: Alexej Wenzel
Satellitenbilder machen Waldverluste sichtbar: rgeo beim Projekttag Wald in Fulda
Am 23. September 2026 war die Research Group for Earth Observation (rgeo) der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Teil des Projekttags "Wald" im Rahmen des 9. Hessischen Tages der Nachhaltigkeit an der Richard-Müller-Schule in Fulda. Rund 80 Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulformen aus der beruflichen Bildung beschäftigten sich einen Tag lang mit aktuellen Herausforderungen des Waldschutzes und nachhaltiger Entwicklung.
Im Rahmen eines Impulsvortrags stellte Tobias Gehrig, M.A. die Möglichkeiten der satellitengestützten Erdbeobachtung zur Analyse globaler und regionaler Waldveränderungen vor. Unter dem Titel "Satellitenbilder und globale und regionale Waldverluste" wurde gezeigt, wie moderne Satellitensysteme wie Landsat oder Sentinel langfristige Veränderungen von Waldflächen dokumentieren und für Forschung, Naturschutz und politische Entscheidungen nutzbar machen.
Ein Schwerpunkt lag dabei auf den Ursachen und Folgen von Waldverlusten weltweit. Anhand von Beispielen aus dem Amazonasgebiet wurde verdeutlicht, wie Entwaldungsprozesse entlang neu erschlossener Verkehrswege entstehen und sich mithilfe von Satellitenzeitreihen nachvollziehen lassen. Gleichzeitig wurden regionale Entwicklungen in Deutschland thematisiert, darunter die Auswirkungen von Dürreperioden und Borkenkäferbefall auf Waldökosysteme in Mittelgebirgsregionen.
Die Teilnehmenden erhielten zudem Einblicke in Methoden der Fernerkundung, etwa die Nutzung von Vegetationsindizes (NDVI), Zeitreihenanalysen und Verfahren der automatisierten Klassifikation. Dabei wurde deutlich, wie Erdbeobachtungsdaten helfen können, Umweltveränderungen sichtbar zu machen und fundierte Entscheidungen für den Waldschutz zu unterstützen.
Im anschließenden Barcamp arbeiteten die Schülerinnen und Schüler selbst mit digitalen Geomedien und webbasierten Erdbeobachtungsplattformen. Mithilfe von Anwendungen wie geospektiv.de, Global Forest Watch oder dem Copernicus Browser konnten sie Waldverluste analysieren, Ursachen diskutieren und globale Entwicklungen mit regionalen Beispielen vergleichen.
Der Projekttag verdeutlichte eindrucksvoll, wie aktuelle Forschungsergebnisse aus der Erdbeobachtung für die schulische Bildung aufbereitet werden können. Gleichzeitig bot die Veranstaltung die Gelegenheit, junge Menschen für Fragen des Waldschutzes, des Klimawandels und des nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen zu sensibilisieren.

Im Impulsvortrag wurde gezeigt, wie Satellitendaten globale und regionale Veränderungen von Waldökosystemen sichtbar machen.
rgeo beim HGD-Symposium 2026 an der PH Zürich
Vom 10. bis 12. September 2026 war das rgeo-Team mit Prof. Dr. Jochen Laub, Dr. Raimund Ditter, Tobias Gehrig, M.A., Alena Stelter, M.Ed., und Aron Woitanowski, M. Ed., zu Gast an der Pädagogischen Hochschule Zürich, um am diesjährigen HGD-Symposium teilzunehmen. Unter dem Rahmenthema „Gemeinsam Zukünfte gestalten" kamen Geographiedidaktikerinnen und Geographiedidaktiker aus dem deutschsprachigen Raum (Österreich, Deutschland und der Schweiz) zusammen, um aktuelle fachdidaktische Forschung zu diskutieren und sich über Methoden, Projekte und Zukunftsperspektiven der Disziplin auszutauschen.

v. l. nach r.: Dr. Raimund Ditter, Prof. Dr. Jochen Laub, Tobias Gehrig, Aron Woitanowski, Alena Stelter
Prof. Dr. Jochen Laub, Mitglied im Vorstand des HGD, war im Programm des Symposiums mit zahlreichen Beiträgen vertreten. Bereits am Donnerstag verantwortete die Session „Imagination und Reflexion. Literarisch-poetische Medien im zukunftsorientierten Geografieunterricht". Am Freitag stellte er gemeinsam mit Prof. Dr. Fabian Pettig Überlegungen zu einer zeitsensiblen geografischen Nachhaltigkeitsbildung vor ("Imaginativ, reflexiv, transformativ") und trug u. a. zum Thema „Transformatives Lernen zwischen Verlust und Hoffnung" vor. Am Nachmittag folgte in der Session "Transformative Bildung und Macht" sein Beitrag "Schule als Möglichkeit machtkritischer geografischer Nachhaltigkeitsbildung". Am Samstag wirkte er im Auftaktworkshop "Zukünfte neu denken und gestalten: Positionierungen zur geografischen Nachhaltigkeitsbildung" mit, der zugleich das Vernetzungstreffen der neu formierten Arbeitsgruppe Geographische Nachhaltigkeitsbildung war.
Tobias Gehrig präsentierte sein Promotionsvorhaben "Digitale Geomedien in der beruflichen Bildung: ein Mixed-Methods-Ansatz zur Analyse tiefenstrukturellen Lernens". Im Mittelpunkt standen das Forschungsdesign der Studie sowie erste Ergebnisse zur Frage, wie digitale Geomedien kognitive Aktivierung, tiefenstrukturelles Lernen und berufspropädeutische Lernprozesse in der beruflichen Bildung unterstützen können. Darüber hinaus wurden erste Erkenntnisse aus Pilotierung, Beobachtungen und Experteninterviews diskutiert.
Alena Stelter stellte ihr Promotionsvorhaben im Rahmen einer Posterpräsentation vor: "Hybride Lehr-Lern-Settings zur Verständnisförderung räumlicher Maßstabsebenen in Mensch-Umwelt-Systemen – Wirksamkeitsstudie des integrierten Einsatzes von digitalen Lernelementen und Geländearbeit zur Förderung des Verständnisses von Maßstabswechseln von Schülerinnen und Schülern". Im Mittelpunkt ihres Promotionsvorhabens steht die Frage, wie hybride Lehr-Lern-Settings, die digitale Lernelemente mit Geländearbeit verbinden, Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, räumliche Maßstabsebenen und Maßstabswechsel in Mensch-Umwelt-Systemen zu verstehen. Die Postersession bot Gelegenheit für intensive fachliche Gespräche und Rückmeldungen aus der Community.

Neben dem wissenschaftlichen Programm mit Keynotes, Vortrags-Panels und Workshops bot das Symposium an der PH Zürich auch Raum für Vernetzung und Diskussion über die Zukunft der Geographiedidaktik – ganz im Sinne des Tagungsmottos "Gemeinsam Zukünfte gestalten".
Die Teilnahme am HGD-Symposium 2026 war für das rgeo-Team eine wertvolle Gelegenheit, eigene Forschungsarbeiten sichtbar zu machen und sich mit der Fachcommunity über aktuelle Entwicklungen der Geographiedidaktik auszutauschen sowie spannende Einblicke in laufende oder bereits abgeschlossene Forschungsprojekte zu erlangen.





