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22.11.2021

Klimastationsnetz an UNESCO-Projektschulen

Auf Initiative des UNESCO-Lehrstuhls für Erdbeobachtung und Geokommunikation von Welterbestätten und Biosphärenreservaten an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wurden im Rahmen eines Projekt mit der Deutschen UNESCO-Kommission und mit Unterstützung durch dm und die Firma Thies an 13 UNESCO-Projektschulen in ganz Deutschland Klimastationen eingerichet. Der erfolgreiche Aufbau der Stationen und der Start der Messungen wurden nun in einem Treffen aller Projektpartner sowie Gästen von Ministerien und anderen Schulen gefeiert. In diesem Video der Deutschen UNESCO-Kommission wird das Projekt vorgestellt.

Mit den Daten der professionellen Klimastationen sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, sich mit aktuellen Fragestellungen des Klimawandels auseinanderzusetzen. Um den Austausch untereinander zu ermöglichen, schlossen sich die Projektschulen zu einem Netzwerk zusammen.

"Bildung für nachhaltige Entwicklung ist mehr als das Aneignen von Wissen. Es geht um die Entwicklung von Kompetenzen, die es braucht, um die Zukunft aktiv zu gestalten.", betont Prof. Dr. Alexander Siegmund, Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls und Leiter der Abteilung Geographie, Research Group for Earth Observation (rgeo). Mit den Stationen soll das möglich werden – wissenschaftlich exakte Daten werden vor Ort aufgenommen und können von den Schülerinnen und Schülern mit historischen Daten oder Werten aus anderen Länder verglichen werden.

Wie funktioniert unser Klima? Welche regionalen Folgen durch den Klimawandel werden in Zukunft verstärkt spürbar werden? Langfristig sollen sich die Schülerinnen und Schüler auf Grundlage der Daten aus den Messstationen auch mit Fragen des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel beschäftigen. Wie kann man den Folgen des Klimawandels im Heimatraum begegnen und welche konkreten Maßnahmen des Klimaschutzes können im Umfeld der Schule ergriffen werden?

 

17.11.2021

Prof. Siegmund berichtet über Forschung in der Atacama-Wüste

Prof. Dr. Alexander Siegmund, Leiter der Abteilung Geographie, Research Group for Earth Observation (rgeo) und Inhaber des UNESCO Chair on World Heritage and Biosphere Reserve Observation and Education berichtete in einem Artikel des Online-Netzwerks The Conversation über die aktuelle Forschung des Teams in der Atacama-Wüste in Chile.

Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die endemischen Spezies der Gattung Tillandsia. Wie kann eine Pflanze an einem der trockendsten Orten der Welt überleben? Welche Rolle spielen dabei die gefährdeten Nebel-Ökosysteme Chiles? Und was können wir mithilfe der Gattung Tillandsia über den Klimawandel lernen?

Einige Arten der Tillandsia haben sich im Laufe ihrer Evolution an die hyperariden Umweltbedingungen in der Atacama-Wüste angepasst und beziehen Wasser im Wesentlichen aus dem regelmäßig auftretenden Küstennebel. Er entsteht vor allem aus der ins Inland reichenden Stratocumulusbewölkung des Südpazifiks. Die Verbreitung und Eigenschaften der Tillandsia-Bestände hängen daher maßgeblich von der räumlichen Verbreitung und Häufigkeit des Nebels ab. Seit den 1970er Jahren ist ein Rückgang der Tillandsien zu beobachten, die mit Aspekten des Klimawandels und der sich verändernden Nebelklimatologie in Verbindung stehen. So kann die Verbreitung von Tillandsia als Indikator für Klimaveränderungen und die Verfügbarkeit von Nebel als Frischwasserquelle dienen.

Die aktuelle Forschung ist eingegliedert in das Projekt "Geoökologische Nischenmodellierung von Tillandsia spp. in der Atacama-Wüste (Chile)". Ziel ist die Erfassung der spezifischen Umweltfaktoren der Tillandsia sowie die Modellierung ihrer geoökologischen Nische. Grundlage hierzu bilden fernerkundungsbasierte Methoden zur Erfassung der aktuellen und historischen Verbreitung der Tillandsia – u.a. auf Basis eigener Befliegungen mit Drohnen –, populationsgenetische Analysen sowie klimatische Analysen zur raumzeitlichen Verbreitung des Küstennebels. Auf Basis des geoökologischen Nischenmodells sollen zukünftige Verbreitungsareale der Tillandsia unter verschiedenen Szenarien des globalen Klimawandels simuliert werden.

 

Der vollständige Artikel ist hier zu finden.

 

12.11.2021

Projekt-Abschluss „Analyse zur Verankerung von Klimabildung in den formalen Lehrvorgaben von Schulen und Bildungseinrichtungen in Deutschland"

Der globale Klimawandel stellt wohl die bedeutendste gesellschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts dar. Ihm aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht nachhaltig zu begegnen wird eine der wichtigsten Aufgaben kommender Generationen sein. Insbesondere Kinder und Jugendliche als zukünftige Betroffene sowie als gesellschaftliche Akteure von morgen müssen frühzeitig darin gefördert werden, klimabedingte Risiken zu erkennen und Maßnahmen einer nachhaltigen Klimaanpassung zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund ist die Förderung einer Beurteilungs- und Handlungskompetenz von Kindern und Jugendlichen ein elementarer Bestandteil der Klimabildung.

 

Eine gemeinsame Studie der Siegmund Space & Education gGmbH und der Research Group for Earth Observation der Abteilung Geographie der Pädagogischen Hochschule Heidelberg beleuchtete im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) den gegenwärtigen Stand der Klimabildung an Schulen und Bildungseinrichtungen in Deutschland. Eine umfassende Analyse der formalen Lehrvorgaben von allgemeinbildenden Schulen, Berufsschulen und weiteren Bildungseinrichtungen (z.B. Hochschulen) mithilfe von fast 3.000 Dokumenten (u.a. Bildungspläne, Schulgesetze) und rund 120 Begriffen aus dem Klima-Themenspektrum wurde im vergangenen Jahr durchgeführt. Diese wurde ergänzt durch eine online Befragung von AkteurInnen der verschiedenen Einrichtungen (z.B. Lehrende an allgemeinbildenden Schulen, AusbildungsleiterInnen, Hochschuldozierende) und eine digital durchgeführte Fachtagung, sodass eine Handlungsempfehlung mit einem 20-Punkte-Plan für Schulen, Hochschulen und die berufliche Bildung erarbeitet werden konnte. Neben diesem 20-Punkte-Plan liegen sowohl der Abschlussbericht des Projektes als auch ein Online-Statistik-Portal zur detaillierten Darstellung der Analyseergebnisse online im Bildungsservice des BMU für Interessierte bereit.

 

 

Verankerung von Klimabildung in den formalen Lehrvorgaben – Visualisierung der Ergebnisse der Fachtagung am 07. und 09. Juni 2021

 

 

12.11.2021

Wissenschaft aus der Vogelperspektive: Angekommen im 21. Jahrhundert

Ein Wald ist ein Wald und eine Wiese ist eine Wiese. Oder? Nicht so auf Streuobstwiesen, die Bestandteile beider Landschaften in sich vereinen. Damit bieten sie einen Lebensraum für eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen und stellen einen Hotspot der Biodiversität dar. Doch diese wertvolle Kulturlandschaft ist bedroht: Ohne eine ausreichende Pflege überaltern die Bäume und sterben ab. Zu wenige werden nachgepflanzt. Erwin Holzer, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimat, Natur und Umwelt Bad Schönborn e.V., bemängelt zudem das fehlende Wissen über den Zustand der Bäume vor Ort. "Im Grunde wirtschaftet man heute noch auf Streuobstwiesen wie vor 200 Jahren", sagt er. "Wir brauchen eine Transformation hin ins 21. Jahrhundert." 

 

 

Die Pädagogische Hochschule Heidelberg trägt mit dem Projekt "Streuobst erfassen, bewerten und vermitteln – Integratives Monitoring-Konzept zur nachhaltigen Entwicklung und Kommunikation von Streuobstbeständen in Bad Schönborn"  entscheidend zu dieser Transformation bei. Mithilfe einer Drohne werden die Streuobstwiesen rund um Bad Schönborn beflogen, um die hochauflösenden Bilder anschließend am Computer auszuwerten. So können nicht nur die Baumarten erfasst werden, sondern auch die Vitalität und der Pflegezustand jedes Baumes. Welche Bäume müssen geschnitten werden, welche ersetzt? Wo sind Lücken im Bestand, die Raum für Neupflanzungen bieten? Antworten auf diese Fragen können laut Prof. Alexander Siegmund die Drohnenbilder liefern: "Die Algorithmen, die wir entwickelt haben im Rahmen unserer Drohnentechnologie, zeigen, dass es möglich ist, von der Vogelperspektive aus große Bestände an Streuobstwiesen zu erfassen, zu monitoren und die Vitalität von Bäumen zu detektieren." 


Weitere Infos und Interviews mit den Beteiligten finden sich in drei Videos der Audi Stiftung für Umwelt, deren finanzielle Unterstützung das Projekt ermöglicht. 

 

Interview mit Erwin Holzer, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimat, Natur und Umwelt

 

 

Interview mit Prof. Dr. Siegmund, Professor für Physische Geographie, Pädagogische Hochschule Heidelberg und Universität Heidelberg

 

 


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