rgeo beim Nationalen Forum für Fernerkundung und Copernicus 2026 im ESOC Darmstadt
In der vergangenen Woche nahm das Institut für Geographie & Geokommunikation – Research Group for Earth Observation (rgeo) der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit Prof. Dr. Alexander Siegmund und Tobias Gehrig, M.A. am Nationalen Forum für Fernerkundung und Copernicus im European Space Operations Centre (ESOC) der ESA in Darmstadt teil. Die bundesweit zentrale Fachveranstaltung brachte Vertreter/innen aus Wissenschaft, Bildung, Verwaltung, Wirtschaft und Raumfahrt zusammen, um aktuelle Entwicklungen, Anwendungen und Zukunftsperspektiven der europäischen Erdbeobachtung zu diskutieren.
Mit zwei eigenen Beiträgen brachte das rgeo-Team vom UNESCO Lehrstuhl für Erdbeobachtung und Geokommunikation von Welterbestätten und Biosphärenreservaten seine Expertise insbesondere an der Schnittstelle von Fernerkundung, digitaler Geomedienbildung und gesellschaftlichem Transfer in das Forum ein. Beide Vorträge zeigten exemplarisch, wie Erdbeobachtungsdaten nicht nur wissenschaftlich genutzt, sondern für unterschiedliche Zielgruppen verständlich aufbereitet und wirksam eingesetzt werden können.
In der Session G.3 – "Erdbeobachtung und Fernerkundung in der Anwendungspraxis von Archäologie und Kulturgüterschutz" stellte Prof. Dr. Alexander Siegmund seinen Vortrag "From Space 2 Place – Förderung der Erdbeobachtung durch Weiterbildungsangebote für UNESCO-Stätten" vor.
Der Beitrag thematisierte, wie Copernicus- und Fernerkundungsdaten gezielt für das Management, den Schutz und die nachhaltige Entwicklung von UNESCO-Welterbestätten nutzbar gemacht werden können. Dabei stand besonders der Weiterbildungsaspekt im Fokus: Anhand konkreter Beispiele wurde aufgezeigt, wie Schulungs- und Qualifizierungsangebote dazu beitragen können, Verantwortliche vor Ort – etwa aus Denkmalpflege, Verwaltung oder Kulturlandschaftsmanagement – für die Potenziale satellitengestützter Erdbeobachtung zu sensibilisieren und in deren Anwendung zu befähigen.
Der Vortrag von Tobias Gehrig, M.A. war der Session F.4 – "Capacity Building & Education" zugeordnet. Unter dem Titel "Potenziale und Anwendungen der Erdbeobachtung als Beitrag zur Förderung der Bildung für nachhaltige Entwicklung" stellte er den Mehrwert von Fernerkundung im Kontext von BNE vor.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Erdbeobachtungsdaten und Copernicus-Dienste genutzt werden können, um Lernende für zentrale Nachhaltigkeitsthemen wie Klimawandel, Landnutzungsdynamiken oder Umweltveränderungen zu sensibilisieren. Der Vortrag zeigte auf, wie digitale Geomedien – etwa WebGIS & Fernerkundungsanwendungen wie BLIF (Blickpunkt Fernerkundung) und Geospektiv, interaktive Karten oder Storymaps – dazu beitragen, komplexe Daten verständlich, anschaulich und didaktisch wirksam aufzubereiten. Besonders hervorgehoben wurde das Potenzial der Erdbeobachtung zur Förderung von Datenkompetenz, räumlichem Denken und systemischem Verständnis, die als zentrale Zielsetzungen der Bildung für nachhaltige Entwicklung gelten. Damit positionierte der Beitrag Fernerkundung nicht nur als Analyseinstrument, sondern als zentrale Ressource für moderne Bildungs- und Capacity-Building-Ansätze.







